Die Texte sind als kopierfähige Blätter bestellbar per e-Mail an:
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Kriegstüchtigkeit zersetzende Materialien zum Ukrainekrieg
Allgemein bildendes Gymnasium
Berufliche Gymnasien
Materialien zur kontroversen Auseinandersetzung
entsprechend dem Beutelsbacher Konsens
zum
Ukrainekrieg
angeboten im Auftrag des Netzwerks Friedensbildung Baden-Württemberg
von Pfr. i. R. Friedrich Gehring
Bildungsplanbezug in Baden-Württemberg:
Gemeinschaftskunde Kursstufe
Allgemein bildendes Gymnasium
3.2.1.2. Frieden und Sicherheit
Die Schülerinnen und Schüler können
- (9) Maßnahmen der UNO, NATO und NGOs zur Bewahrung, Schaffung und Sicherung des Friedens bewerten
Berufliche Gymnasien
Internationale Zusammenarbeit im 21. Jahrhundert
Leitfrage: Wie kann globale Sicherheit im 21. Jahrhundert gestaltet werden
Schlüsselproblem: Weltweite Sicherheit und Gerechtigkeit
Didaktische Vorbemerkung
Nach dem 24.2.2022 wurde die Sprachregelung „russischer Angriffskrieg“ von fast allen deutschen Medien übernommen. Abweichende Einschätzungen wurden ausgeblendet. Beispielsweise lehnte die Redaktion der Backnanger Kreiszeitung am 1.9.2022 einen Leserbrief ab, der Zitate des US Peace Councils zum Angriffskrieg der ukrainischen Regierung auf die Donbassbevölkerung enthielt: „Presserechtliche Verantwortung“ hindere daran, „solche Falschinformationen“ und „ in großen Teilen wahrheitswidrige Propaganda Russlands“ zu verbreiten. Als dieselben Informationen mit der ARD-Tagesschau vom 14.4.2021 (siebter Jahrestag des Kriegsbeginns) belegt wurden, sah sich die Redaktion zur Veröffentlichung des Leserbrieftexts genötigt. Der ARD-Beitrag ist inzwischen nicht mehr auffindbar. Unterricht gemäß dem Beutelsbacher Konsens kann nicht einseitige Regierungspropaganda indoktrinieren, auch wenn sie medial unkritisch verbreitet wird. Er muss die Breite der strittigen Einschätzungen demokratiebildend kontrovers diskutieren lassen, um den Lernenden eine eigene, ihren Interessen entsprechende Entscheidung zuzugestehen, insbesondere im Blick auf die individuelle Entscheidung für oder gegen den Kriegsdienst mit der Waffe.
UE Ukrainekrieg Text 1 Rolle der Medien/Medienkompetenz
Die Wahrheit ist das erste Opfer der Kriege
In einem sinnlosen Stellvertreterkrieg
Der Jammer, dass die USA die Ukraine preis gibt, kommt leider zu spät. Wenn Trump jetzt Selenskyj Selbstüberschätzung vorwirft, weil er meinte, gegen die russische Übermacht militärisch gewinnen zu können, verdrängt auch Trump, dass die USA diese Fehleinschätzung nach Kräften gefördert haben und Trump selbst kapituliert im ukrainischen US-Stellvertreterkrieg wie einst in Vietnam. Wer dies bestreitet, sollte dringend nachlesen, was in dem akribisch recherchierten Bericht der „New York Times“ vom 29.3.2025 steht: Am 26.4.2022 machte der US-General Milley zwei Ukrainer mit den US-Generalen Cavoli und Donahue bekannt und riet den Ukrainern: „You've got to work with them“ (sie sollten mit ihnen zusammenarbeiten). Die Ukrainer stellten in Kiew eine Delegation zusammen, um in Wiesbaden die US-Generale zu treffen, die den Ukrainern eine Partnerschaft vorschlugen: Von Wiesbaden aus würden US-Militärs und CIA-Leute „help plan and support … ukrainian strikes“ (helfen, ukrainische Schläge zu planen und zu unterstützen), was schließlich „pinpoint strikes deep inside Russia“ (exakt zielgenaue Schläge tief innerhalb Russlands) ermögliche. Russische Kommmandozentralen wurden trotz ständiger Verlegung immer wieder mit US-Hilfe identifiziert und ausgeschaltet, ebenso russische Kampfverbände. US-Schätzungen rechnen mit 700.000 toten und verwundeten Russen, die Ukraine setzt 435.000 Ukrainer an (dies alles von Wiesbaden aus gesteuert). Anders als in den Stellvertreterkriegen in Vietnam, Afghanistan und Syrien sollten keine US-Soldaten vor Ort ihr Leben riskieren, ein „grand experiment in war fighting“ (prächtiges Experiment der Kriegsführung). Die über das fatale Ende dieses Experiments jetzt jammern, kann ich nicht bemitleiden. Mein Mitgefühl gehört dem ukrainischen Volk, das durch die Kapitulation von diesem sinnlosen Stellvertreterkrieg befreit werden kann. Auch die bei uns jetzt riesige Kriegsanleihen beschlossen haben, sollten sich daran erinnern statt sich als jammernde Kriegstreiber zu profilieren.
Aus: Frankfurter Rundschau vom 28.4.2025, S. 32, Leserbrief von Friedrich Gehring, Backnang, zum Titelthema der Frankfurter Rundschau vom 25.4.2025 "Trump gibt die Ukraine preis".
Aufgaben:
1. Halten Sie stichwortartig fest, welche Aussagen des Textes Ihnen schon bekannt und welche Ihnen überraschend neu waren. Vergleichen Sie untereinander die Ergebnisse.
2. Diskutieren Sie und beantworten Sie danach für sich selbst die Frage, ob die Redaktion der Frankfurter Rundschau in dem Leserbrief eher Wahrheit oder eher die Opferung von Wahrheit sieht.
3. Suchen Sie im Internet nach deutschen Zeitungsberichten über die Recherchen der New York Times vom 29.3.2029, speziell in der Frankfurter Rundschau.
4. Tragen Sie die Ergebnisse ihrer Suche zusammen und diskutieren Sie die Frage, ob deutsche Presseorgane angesichts des Ukrainekriegs mehrheitlich kontrovers nach Wahrheit suchen oder diese eher opfern.
5.Diskutieren Sie und entscheiden Sie für sich selbst, ob die Formulierung „grand experiment in war fighting“ kritisch sarkastisch oder ernsthaft stolz gemeint ist. Ziehen Sie dazu aus der Übersetzung des Berichts der New York Times vom 29.3.2025 die letzten Zeilen auf S. 19 heran (siehe Text 9 Unterrichtszusammenfassung unter 4.)
6. Diskutieren Sie und entscheiden Sie für sich selbst, ob der Ukrainekrieg Europa vor einem russischen Angriff schützt oder einen Stellvertreterkrieg der USA gegen Russland darstellt, bei dem der Ukraine eine Opferrolle zukommt.
Text 2 Ausgangskonflikt des Ukrainekriegs und die Beilegung der Kubakrise als Vorbild
Der ursprüngliche Konflikt des Ukrainekriegs
Natogipfel 2.-4.April 2008
Im Januar 2008 sandte die Regierung unter Präsident Wiktor Juschtschenko einen formellen Brief an NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer mit der Bitte um Gewährung eines „Aktionsplans für die Mitgliedschaft“ (englisch: Membership Action Plan, abgekürzt MAP) für die Ukraine. (…) Eine Einigung zu dieser Frage konnte zwischen den Mitgliedern (…) nicht erzielt werden.[3] Von 26 NATO-Mitgliedstaaten waren zwölf deutlich und drei etwas schwankend für ein MAP-Angebot an die Ukraine und Georgien. Ein Land war eher dagegen und zehn deutlich dagegen.[4] Russland veröffentlichte seine Opposition gegen eine Aufnahme der Ukraine und Georgien im Außenpolitischen Konzept von Januar 2008.[3] (…) Bundeskanzlerin Angela Merkel legte kurz vor der Eröffnung der Plenarsitzung einen Kompromissvorschlag vor, dass die Ukraine und Georgien zwar keinen MAP erhalten würden, dafür sollte in die Gipfelerklärung ein Satz aufgenommen werden, dass beide Länder NATO-Mitglieder werden würden. Die entsprechende Passage in der Erklärung lautete: „Die NATO begrüßt die euro-atlantischen Bestrebungen der Ukraine und Georgiens, die dem Bündnis beitreten wollen. Wir kamen heute überein, dass diese Länder NATO-Mitglieder werden.“[3][6][7]
Am nächsten Tag traf Wladimir Putin in Bukarest zu einem Treffen des NATO-Russland-Rates ein. (…) Putin erkannte an, dass Russland kein Vetorecht in Sachen NATO-Mitgliedschaft habe, drohte zugleich jedoch, eine Mitgliedschaft der Ukraine könne die Existenz des Staates infrage stellen.[8] (…) Putin erklärte zudem, das „Auftauchen eines mächtigen Militärblocks“ an seinen Grenzen sei „eine direkte Bedrohung“ für seine Sicherheit. Die Behauptung, dieser Prozess richte sich nicht gegen Russland, reiche nicht aus.
(Aus: NATO-Gipfel in Bukarest 2008 – Wikipedia) entnommen 5.6.2025
Die Kubakrise 1962: Ihre Beilegung als Vorbild für einen Frieden im Ukrainekrieg
Kurztagebuch des Konflikts
Sonntag, 14. Oktober: US-Präsident John F. Kennedy genehmigte (erneut) Luftaufnahmen der Aufklärungsflugzeuge Lockheed U-2. Zweimal überflogen U-2-Flugzeuge vom Luftwaffenstützpunkt Laughlin in Texas aus die Raketenstellungen auf Kuba. Sie entdeckten sowjetische Techniker und Soldaten beim Bau von Startrampen für sowjetische Mittelstreckenraketen des Typs SS-4 Sandal und SS-5.
Mittwoch, 17. Oktober: Luftaufnahmen bewiesen die Existenz von 16 bis 32 Raketen (Typ SS-4 und SS-5) mit einer Reichweite von bis zu 4500 km. Diese Raketen hätten neben der amerikanischen Hauptstadt auch die wichtigsten Industriestädte der USA erreichen können; die Vorwarnzeit hätte nur fünf Minuten betragen.
Montag, 22. Oktober: In seiner Fernsehansprache informierte Kennedy die Weltöffentlichkeit über die sowjetischen Raketen auf Kuba und verkündete den Beginn der Seeblockade für den 24. Oktober. Er forderte den sowjetischen Regierungschef Nikita Chruschtschow zum Abzug der Raketen aus Kuba auf und drohte für den Angriffsfall mit einem atomaren Gegenschlag.
Samstag, 27. Oktober, der schwarze Samstag:Chruschtschow erhielt ein Schreiben von Castro, in dem dieser vorschlug, im Falle einer Invasion Kubas einen nuklearen Präventivschlag gegen die Vereinigten Staaten durchzuführen.
Die Vereinbarungen zur Lösung des Konflikts
Die beiden Staaten vereinbarten folgende Bedingungen: Die Sowjetunion zieht ihre Raketen aus Kuba ab. Dagegen erklären die USA, keine weitere militärische Invasion Kubas zu unternehmen und in geheimer Absprache ihrerseits die amerikanischen Jupiter-Raketen aus der Türkei abzuziehen.
Folgen
Die Krise führte zu ersten Verhandlungen über eine Rüstungskontrolle. So wurde beispielsweise am 5. August 1963 in Moskau ein Vertrag über das Verbot von Kernwaffenversuchen in der Atmosphäre, im Weltraum und unter Wasser unterzeichnet und ab 1969 auch die SALT-Abkommen verhandelt, die eine Begrenzung der Interkontinentalraketen beider Länder vorsah. Es gab fortan eine Entspannungspolitik zwischen den beiden Supermächten.
Aus: Kubakrise – Wikipedia, entnommen 4.6.2025
Aufgaben:
- Vergleichen Sie den Konflikt auf der Natotagung mit der Kubakrise, indem Sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede feststellen.
- Diskutieren Sie und entscheiden Sie danach für sich selbst, inwiefern die Art der Beilegung der Kubakrise auf den Konflikt um die Natomitgliedschaft der Ukraine zu übertragen ist, indem Sie eine entsprechende Vereinbarung zwischen den Natomitgliedern und Russland formulieren.
- Entwickeln Sie aus den Konsequenzen der Kubakrise Chancen für Vereinbarungen nach der Beendigung des Ukrainekriegs.
UE Ukrainekrieg Text 3 Schutzverantwortungskrieg
Der ukrainische Bürgerkrieg 2014-2022
„Antiterroroperation“ der ukrainischen Regierung ab 15.4.2014
Über tausend Tote, dreieinhalbtausend Verletzte, hunderttausend auf der Flucht: Wer die Zahlen der Vereinten Nationen von heute ernst nimmt, der sollte aufhören in der Ukraine von einem Konflikt oder Aufstand zu sprechen. Nein: Dies ist Krieg. Mitten in Europa. Und es ist einer der schmutzigsten, den dieser Kontinent in den letzten Jahrzehnten gesehen hat. Was die Menschen in Donezk oder Lugansk in diesen Tagen erleben, ist ein Albtraum (…) Denn der Bericht der UN ist unmissverständlich. Auch das ukrainische Militär terrorisiert die Zivilbevölkerung. Es trägt den Krieg mit Artilleriefeuer in Wohn- und Schlafzimmer. Es nimmt kaum Rücksicht auf die Not der Menschen, und auf deren Leben offenbar noch weniger. Dies kann und darf Europa nicht dulden.“
Aus: Georg Restle, Kommentar in der Sendung „Monitor“ , 28.7.2014 Monitor - Krieg in der Ukraine – Europas Verantwortung:... | Facebook , entnommen 29.6.2025
Vorabend der russischen „Spezialoperation“
Im Mittelpunkt der Spannungen mit Russland steht die Ostukraine. Die Anerkennung der „Volksrepubliken“ Donezk und Luhansk durch Moskau hebt den Konflikt auf eine neue Stufe. (…). Bei allem, was sich aktuell im Donbass abspielt, sind sie die wichtigen Akteure: Denis Puschilin als Anführer der selbsternannten "Volksrepublik" Donezk und Leonid Pasetschnik, der an der Spitze der "Volksrepublik" Luhansk steht. (…) Sie (…) erbaten Hilfe von Russlands Präsident Wladimir Putin. Aus: Tagesschau 23.2.2022 Donezk und Luhansk: Schwer vom Krieg gezeichnet | tagesschau.de entnommen 29.6.2025
Selbstbestimmungsrecht der Völker: UN-Charta Kapite I – Ziele und Grundsätze, Artikel 1 Die Vereinten Nationen setzen sich folgende Ziele: (…) 2. freundschaftliche, auf der Achtung vor dem Grundsatz der Gleichberechtigung und Selbstbestimmung der Völker beruhende Beziehungen zwischen den Nationen zu entwickeln . (Aus: Charta-der-Vereinten-Nationen.pdf, entnommen 7.7.2025
Kosovokrieg 1999: Erklärung von Bundeskanzler Gerhard Schröder zur Lage im Kosovo am 24. März 1999
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, heute Abend hat die Nato mit Luftschlägen gegen militärische Ziele in Jugoslawien begonnen.Damit will das Bündnis weitere schwere und systematische Verletzungen der Menschenrechte unterbinden und eine humanitäre Katastrophe im Kosovo verhindern. (…) Wir führen keinen Krieg, aber wir sind aufgerufen, eine friedliche Lösungim Kosovo auch mit militärsichen Mitteln durchzusetzen. (…) Wir werden alles tun, um Verluste unter der Zivilbevölkerung zu vermeiden. (Aus: https://www.bundesregierung.de/breg-de/service/newsletter-und-abos/bulletin/erklaerung-von-bundeskanzler-gerhard-schroeder-807814 , entnommen 29.6.2025)
Aufgaben:
- Diskutieren Sie und entscheiden Sie für sich selbst, ob die Nato nach ihrem Schutzverantwortungskrieg gegen Jugoslawien zum Schutz der Bevölkerung des Kosovo auch Russland gemäß der UN-Charta (Gleichberechtigung der Völker) einen Schutzverantwortungskrieg gegen die Ukraine zum Schutz der Bevölkerung in den Gebieten Donezk und Luhansk zubilligen muss.
- Diskutieren und entscheiden Sie für sich selbst, ob die Regionen Donezk und Luhansk gemäß der UN-Charta (Selbstbestimmung der Völker) berechtigt waren, sich selbst zu Volksrepubliken zu ernennen.
- Versuchen Sie, aus Ihren Entscheidungen eine Friedenslösung für den Ukrainekrieg abzuleiten.
UE Ukrainekrieg Text 4 US-Schattenkrieg / Stellvertreterkrieg / Waffenerprobungskrieg
Schattenkrieg: US-Kriegsvorbereitung vor 2014: New York Times vom 28.2.2024
Am Sonntag veröffentlichte die New York Times ein brisantes und sehr verspätetes Eingeständnis, dass der US-Geheimdienst nicht nur maßgeblich an der Entscheidungsfindung in Kriegszeiten in der Ukraine beteiligt war, sondern auch High-Tech-Spionagezentren eingerichtet und finanziert hat, und zwar lange vor der russischen Invasion vom 24. Februar vor zwei Jahren. (…) Dazu gehörte, dass der Geheimdienst ukrainische Geheimdienstler bis kurz nach den Ereignissen des Maidan-Putsches 2014 heimlich ausbildete und ausrüstete und ein Netzwerk von 12 geheimen Stützpunkten entlang der russischen Grenze errichtete – eine Arbeit, die vor acht Jahren begann. Diese Geheimdienstbasen, von denen aus die Kommunikation russischer Kommandeure abgehört und russische Spionagesatelliten überwacht werden können, werden genutzt, um grenzüberschreitende Drohnen- und Raketenangriffe auf russisches Gebiet zu starten und zu verfolgen. (…)
„Ohne sie [die CIA und die von ihr ausgebildeten Elitekommandos] hätten wir keine Möglichkeit gehabt, den Russen entgegen zu halten oder sie zu schlagen“, so Iwan Bakanow, ehemaliger Leiter des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes SBU.
Aus: Explosive Enthüllung: Die CIA baute „12 geheime Spionagebasen“ in der Ukraine und führte im letzten Jahrzehnt einen Schattenkrieg – Legitim, entnommen 19.6.2025
Stellvertreterkieg: Donald Trump am 16.3.2023
We have never been closer to World War III than we are today under Joe Biden. (…) Every day this proxy battle in Ukraine continues, we risk global war. (,,,) Our foreign policy establishment keeps trying to pull the world into conflict with a nuclear-armed Russia based on the lie that Russia represents our greatest threat. But the greatest threat to Western Civilization today is not Russia. It's probably, more than anything else, ourselves and some of the horrible, U.S.A. hating people that represent us. Aus: Agenda47: Preventing World War III | Agenda47 | Donald J. Trump, entnommen 19.6.2024
US-Stellvertreterkriegsentscheidung: Interview mit Exkanzler Schröder vom 21.10.2023
Ich bekam 2022 eine Bitte aus der Ukraine, ob ich nicht zwischen Russland und der Ukraine vermitteln könne. (…) Bei den Friedensverhandlungen im März 2022 in Istanbul mit Rustem Umjerow haben die Ukrainer keinen Frieden vereinbart, weil sie nicht durften. Die mussten bei allem, was sie beredet haben, erst bei den Amerikanern nachfragen. Ich habe mit Umjerow zwei Gespräche geführt, (…) Er sagte auch, dass die Ukraine keine Nato-Mitgliedschaft wolle. Er sagte auch, dass die Ukraine Russisch im Donbass wieder einführen will. Doch am Ende passierte nichts. Mein Eindruck: Es konnte nichts passieren, denn alles Weitere wurde in Washington entschieden.
Aus: https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/gerhard-schroeder-im-exklusiv-interview-was-merkel-2015-gemacht-hat-war-politisch-falsch-li.2151196 entnommen 5.7.2025
Waffenerprobungskrieg
General Donahue erklärte, dass die Ukrainer diejenigen waren, die kämpften und starben,
amerikanische Ausrüstung und Taktiken testeten und ihre Erfahrungen austauschten. ‚Dank
Ihnen‘, sagte er, “haben wir all diese Dinge gebaut, die wir sonst nie hätten bauen können.“ (Deutsche Übersetzung des Berichts der New York Times vom 29.3.2025 von Adam Entous, S. 19) Microsoft Word - 25-03-29_Entous_Geschichte-UKR-Krieg-USA__NYT__UEBERS
entnommen 5.7.2025.
Aufgaben:
1.Versuchen Sie, Donald Trumps Einschätzungen vom 16.3.2023 ins Deutsche zu übersetzen.
2. Diskutieren Sie und entscheiden Sie für sich selbst, für welche Zeitspanne ein russischer Angriffskrieg auf die Ukraine behauptet werden kann, ab wann ein US-Schattenkrieg und ab welchem Termin spätestens ein US-Stellvertreterkrieg stattfand. Ziehen Sie dazu die Informationen aus Text 1 heran.
UE Ukrainekrieg Text 5 Präventiver Selbstverteidigungskrieg
Erklärung des US-Friedensrats zur Militärintervention Russlands in der Ukraine (uspeacecouncil.org), 24.3.2022
Schauen wir uns die UN-Charta an, um zu sehen, ob wir fest entscheiden können, dass Russland gegen sie verstößt:
Artikel 2
3. Alle Mitglieder werden ihre internationalen Streitigkeiten mit friedlichen Mitteln so beilegen, dass der internationale Frieden und die internationale Sicherheit sowie die internationale Gerechtigkeit nicht gefährdet werden.
4. Alle Mitglieder enthalten sich in ihren internationalen Beziehungen der Androhung oder Anwendung von Gewalt gegen die territoriale Unversehrtheit oder politische Unabhängigkeit eines Staates oder auf andere Weise, die mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbar ist.
Artikel 51
Nichts in der vorliegenden Charta darf das inhärente Recht auf individuelle oder kollektive Selbstverteidigung beeinträchtigen, wenn ein bewaffneter Angriff auf ein Mitglied der Vereinten Nationen erfolgt ….
Betrachtet man Artikel 2, insbesondere Absatz 4, kann argumentiert werden, dass Russland gegen das Gesetz verstößt. Aber auf der Grundlage von Artikel 51 hat die Russische Föderation ihr Recht auf Selbstverteidigung geltend gemacht und den Sicherheitsrat ordnungsgemäß informiert. Russland bringt wichtige Argumente für seine Anwendung von Gewalt nach Artikel 51 vor.
Die ukrainische Regierung hat bei der feindlichen Einkreisung der Russischen Föderation als Stellvertreter der USA und der NATO gehandelt. Militär und Paramilitärs der Ukraine haben seit 2014 Donezk und Lugansk angegriffen, was zum Tod von etwa 14.000 Menschen geführt hat, von denen viele Russisch sprachen und einige Doppelbürger waren. Vor kurzem entdeckte Russland einen unmittelbar bevorstehenden Plan der ukrainischen Regierung für eine groß angelegte Invasion der an Russland grenzenden Gebiete Donezk und Lugansk. Russland erkennt diese beiden Republiken nun als unabhängige Staaten an, nachdem sie Russland um Hilfe bei ihrer Verteidigung gebeten haben.
Russland forderte eindeutig Sicherheitsgarantien von den USA und der NATO, die sich weigerten, angemessen auf Russlands Bedenken einzugehen. Die Ukraine plante, US/NATO-Atomwaffen auf ihrem Territorium zu stationieren, die Moskau innerhalb von fünf Minuten erreichen könnten. Dies geschah im alarmierenden Kontext der Entscheidung der USA im Jahr 2019, sich aus dem Vertrag über nukleare Mittelstreckenwaffen (INF) mit Russland zurückzuziehen.Wenn dies kein Kriegsakt gegen Russland ist, was ist es dann? Aus: https://uspeacecouncil.org/u-s-peace-council-statement-on-russias-military-intervention-in-ukraine , Übersetzung:https://cooptv.wordpress.com/2022/03/25/erklarung-des-us-friedensrats-zur-militarintervention-russlands-in-der-ukraine/
Aufgabe: Diskutieren Sie und entscheiden Sie für sich selbst, ob die russische Föderation zur präventiven Selbstverteidigung berechtigt war wie es die USA und Israel beim präventiven Angriffskrieg auf die iranischen Atomanlagen im Juni 2025 für sich in Anspruch genommen haben.
UE Ukrainekrieg Text 6 Geschäftemacherkrieg
Kiesewetter hat die Lithium-Vorkommen in Donezk und Luhansk im Visier.21.12.2023
«Das hat auch eine extrem wirtschaftliche Frage. Wenn die Ukraine zerfällt, sind die Folgekosten viel grösser, als wenn wir jetzt viel stärker reingehen. Und wenn Europa die Energiewende vollziehen will, braucht es eigene Lithium-Vorkommen. Die grössten Lithium-Vorkommen liegen im Donezk-Luhansk-Gebiet. (…) Also wir haben hier auch ganz andere Ziele noch im Hintergrund. Und deshalb brauchen wir eine vereinte Anstrengung der Bürgerinnen und Bürger, damit unsere Politik die Rückendeckung hat, mehr für die Ukraine tun kann.» Das sind die Worte des CDU-Politikers Roderich Kiesewetter, getätigt am Montagabend in der ARD-Sendung «Bericht aus Berlin Extra».CDU-Kriegstreiber Kiesewetter hat die Lithium-Vorkommen in Donezk und Luhansk im Visier. Der Ukraine-Krieg wird auch für Deutschland zum Stellvertreterkrieg entnommen 31.7.2025
Insider: Trump will EU zum Kauf von US-Waffen drängen
Von reuters, dpa
11.02.2025
Die US-Steuerzahler sollen nicht mehr für den Krieg in der Ukraine zahlen, das war eines von Trumps Wahlversprechen. Nun wird klar, wer stattdessen zahlen soll.
Nach Angaben von zwei mit der Angelegenheit vertrauten Personen plant die US-Regierung im Vorfeld möglicher Friedensgespräche mit Moskau, ihre europäischen Verbündeten dazu zu drängen, mehr amerikanische Waffen für die Ukraine zu kaufen. (…) US-Regierungsmitglieder, darunter Trumps Gesandter für die Ukraine, Generalleutnant a.D. Keith Kellogg, wollen diese Woche auf der Münchner Sicherheitskonferenz über mögliche Waffenkäufe sprechen, so die Insider. Die US-Regierung sieht den Insidern zufolge ein Waffenkaufgeschäft mit Europa als mögliche Lösung an, die es Washington ermöglicht, Kiew zu unterstützen, ohne dass der amerikanische Steuerzahler dafür Geld ausgeben muss. https://www.t-online.de/nachrichten/ukraine/id_100597820/trump-eu-soll-us-waffen-fuer-ukraine-kaufen.htm entnommen 31.7.2025
Washington und Kiew haben ein Rohstoffabkommen unterzeichnet.
01.05.2025
Die Ukraine räumt den USA Zugang zu wertvollen Bodenschätzen ein, um die Supermacht als Verbündeten gegen die russische Aggression an ihrer Seite zu halten.( … ) Vereinbart wurde, dass Washington und Kiew zu gleichen Teilen einen gemeinsamen Fonds schaffen, in den die Gewinne aus zukünftigen Rohstoffprojekten fließen sollen. Dabei erhalten die USA einen privilegierten Zugang zu ukrainischen Rohstoffen. Die Einlagen sollen in Geldform erfolgen, wobei auch US-amerikanische Militärhilfen verrechnet werden können. (…) Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die angeblich wertvollen Rohstoffe seines Landes gegenüber den USA schon im Herbst 2024 ins Spiel gebracht. Er appellierte an Trumps Selbstverständnis als Geschäftemacher.
Rohstoffabkommen: Was die Einigung für USA und Ukraine bedeutet entnommen 31.7.2025
Aufgaben:
- Erheben Sie die wirtschaftlichen Gewinner und Verlierer des Ukrainekriegs.
- Diskutieren Sie und beurteilen Sie für sich selbst, ob die wirtschaftlichen Ziele der Beteiligten auch ohne Krieg und entsprechende Waffenkäufe zu erreichen sind.
UE Ukrainekrieg Text 7 Bedrohung durch Russland
Zur Begründung für die beispiellose Aufrüstung heißt es seit geraumer Zeit, Russland könne schon in wenigen Jahren in der Lage und womöglich auch bereit sein, europäische NATO-Staaten anzugreifen. „Putins Kriegswirtschaft arbeitet auf einen weiteren Konflikt zu“, behauptete Verteidigungsminister Boris Pistorius bereits im Juni 2024 und verlangte: „Wir müssen bis 2029 kriegstüchtig sein.“[6] Seine Forderung wird seither regelmäßig wiederholt und von Berliner Militärs und Geheimdienstlern bestätigt. Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte am Dienstag vor dem Bundestag, Russland bedrohe „die Sicherheit und die Freiheit des gesamten euroatlantischen Raums aktiv und aggressiv“: Man müsse „befürchten ..., dass Russland den Krieg über die Ukraine hinaus fortsetzen wird“.[7] Am gestrigen Mittwoch äußerte er am Rande des NATO-Gipfels in Den Haag, Moskau bedrohe „den gesamten Frieden, die gesamte politische Ordnung unseres Kontinents“.[8]
Die Behauptung, die europäischen NATO-Staaten drohten von Russland angegriffen zu werden, konstrastiert eigentümlich mit Äußerungen diverser führender Politiker, die jenseits einer großen Medienöffentlichkeit getätigt werden – in Kontexten abseits des Werbens für eine drastische Aufrüstung. So äußerte etwa Finnlands Präsident Alexander Stubb Mitte Mai auf einer außenpolitischen Fachkonferenz in Estlands Hauptstadt Tallinn, er habe kürzlich im Gespräch mit US-Präsident Donald Trump darauf hingewiesen, dass Russland „keine Großmacht“ mehr sei, jedenfalls „nicht ökonomisch“; seine Wirtschaftsleistung sei geringer als diejenige Italiens „und nur wenig größer“ als diejenige Spaniens.[10] Militärisch komme es in der Ukraine nur sehr langsam voran; es könne nicht mehr „als Großmacht angesehen werden“. Polens Außenminister Radosław Sikorski konstatierte auf derselben Konferenz, rüste die NATO wie geplant auf, dann gäben allein die NATO-Staaten Europas „im Friedensmodus zweieinhalb Mal mehr“ für ihr Militär aus „als Russland im Kriegsmodus“. Selbst Außenminister Johann Wadephul räumte kürzlich ein, Russlands „Kriegsmaschinerie“ dürfe man nicht überschätzen: „Immerhin versucht sie seit drei Jahren, ein Ziel zu erreichen, welches Putin innerhalb nur weniger Tage erreichen wollte“.[11] Sie komme immer noch kaum voran.
„Phase zwei der Zeitenwende“ - GERMAN-FOREIGN-POLICY.com entnommen 25 6 26
Einschätzungen in den USA
Da bisher nur der BND als geheime Quelle der Erkenntnis einer russischen Bedrohung für die geplante Hochrüstung zitiert wird, sollte auch eine Veröffentlichung von 17 US-Geheimdiensten herangezogen werden, in der zu lesen ist: „Russland will mit ziemlicher Sicherheit keinen direkten militärischen Konflikt mit den Streitkräften der USA und der NATO“. („Annual Threat Assessment of the U.S. Intelligence Community“, 5. Februar 2024, Seite 14)
Wider die Bedrohungslüge – für eine neue europäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur mit Russland | Nie wieder Krieg! (entnommen 28.8.2025)
Aufgaben:
1. Diskutieren Sie und entscheiden Sie für sich selbst, was eher der Realität entspricht: Was öffentlich propagiert wird oder was „jenseits einer großen Medienöffentlichkeit“ geäußert wird.
2. Diskutieren Sie die Konsequenzen aus der Entscheidung aus Aufgabe 1 und entscheiden Sie für sich selbst, ob sie für Aufrüstung Opfer bringen und ob Sie freiwillig zur Bundeswehr gehen wollen, oder im Falle einer Wehrpflicht – bei einer Grundgesetzänderung auch für Frauen – den Kriegsdienst mit der Waffe verweigern werden.
UE Ukrainekrieg Text 8 Konsequenzen: Aufrüstung oder Abrüstung
Dies könnte der letzte Sommer des Friedens sein, warnte der Militärhistoriker Sönke Neitzel von der Universität Potsdam in der Tagesschau. Im Jahr 2029 werde Russland in der Lage sein, in großem Maßstab gegen die Nato Krieg zu führen. So zitieren Politiker und Militärs ein Nato-Strategiepapier in den Medien. Die Wochenzeitung Die Zeit hat bei Experten nachgefragt und festgestellt: Das Nato-Strategiepapier hat keiner gelesen, da es geheim ist. Auf Nachfrage muss Sönke Neitzel zugeben, dass seine Prognose vom letzten Friedenssommer nur ein Szenario sei, „das wir nicht ausschließen können“. Und er präzisiert: Er halte es „für ausgeschlossen, dass Putins Panzer in Berlin oder Paris auflaufen“. Putin werde eher die Nato testen, etwa in den Baltischen Staaten. (…) Carlo Massala, Politikwissenschaftler von der Bundeswehruni, erklärt: Die Zahl 2029 werde von Politikern strategisch genutzt. „Sie müssen sagen, dass Russland einen Krieg führen könnte, um die Menschen auf höhere Verteidigungsmaßnahmen einzustimmen“. US-Präsident Donald Trump fordert von den Nato-Staaten, fünf Prozent der Wirtschaftsleistung für Verteidigung auszugeben. Dem will die deutsche Regierung sich nun doch ohne größere Diskussion beugen.
„Alarmismus“ und „Panikstimmung“ diagnostizieren (…) einige altgediente Friedens- und Konfliktforscher in einem gemeinsamen Aufruf: „Ein Russland, das große Schwierigkeiten hat, seine Ziele in der Ukraine zu erreichen, ist eine beherrschbare militärische Bedrohung“, schrieben sie. Zudem sei die Nato in praktisch allen militärischen Belangen ungleich stärker als Russland. Dies gelte selbst dann, wenn man nur die Ausstattung der europäischen Nato-Staaten addiere.
Dabei stellen die Forscher keineswegs eine Gefahr durch Russland in Abrede. Auch sehen sie die Notwendigkeit, in Fähigkeitslücken der europäischen Armeen zu investieren – bei Luftabwehr, Drohnen und Munition. Aber sie fordern, vom konkreten Bedarf her zu denken und nicht einfach aufgrund geheimer Strategiepapiere astronomische Summen in den Raum zu stellen, die das Sicherheitsproblem nicht lösen. (…)
Vielmehr – daran erinnern die Friedensforscher – kann man auch mit einem Feind gemeinsame Interessen ausmachen. Deswegen sei es sinnvoll, Sicherheit auch über Rüstungskontrolle zu erreichen, schreiben sie. Vorstellen kann man sich entmilitarisierte Grenzregionen, Verzicht auf Stationierung weitreichender Raketen oder überhaupt die Reduzierung konventioneller Fähigkeiten. Natürlich beidseitig, vertraglich abgesichert und kontrolliert. Das gehörte lange zum diolomatischen Arsenal der Nato. Warum jetzt nicht mehr? Dies wäre umso dringlicher, weil Aufrüstung allein keinen Frieden schafft, wie auch Historiker Sönke Neitzel weiß: „Die Briten rüsteten vor dem Zweiten Weltkrieg auf, um Hitler abzuschrecken, und im ersten Weltkrieg führte Aufrüstung zu Psychosen und Kriegsstimmung.“
Aus: Christoph Fleischmann, Angst frisst Verstand. Publik-Forum, Nr. 11/2025, 6.6.2025, S. 10
Anmerkung zum Problem der europäischen „Fähigkeitslücken“: „Die Oreschnik Rakete traf eine Fabrik in der Ukraine. Doch mit ihr droht Putin vor allem Westeuropa. Die Waffe kann Berlin in zwölf Minuten erreichen – eine Abwehr ist kaum möglich.“ (Aus: Die Oreschnik-Rakete – Putins Weltuntergangswaffe für Europa | STERN.de , entnommen 19.6.2025)
Aufgaben:
1. Diskutieren Sie und entscheiden Sie für sich selbst, ob die Aufrüstungspläne der Regierung oder die Vorschläge der Friedensforscher eher zu Ihrer Sicherheit beitragen.
2. Entscheiden Sie, ob Sie nach den Erfahrungen des Ukrainekriegs im Falle einer Wiedereinführung der Wehrpflicht – bei einer Verfassungsänderung auch für Frauen – sich kriegstüchtig machen lassen würden und zum Kriegsdienst mit der Waffe bereit wären oder diesen verweigern würden. Begründen Sie Ihre Entscheidung.
UE Ukrainekrieg Text 9 Allgemeine Wehrpflicht zur Abwehr der „russischen Bedrohung“
Militärdienstpflicht auch für Frauen
Der Kanzler betonte, dass es „aus heutiger Sicht ein Fehler“ gewesen sei, 2011 die Wehrpflicht auszusetzen. Die Rückkehr zu einer Dienstpflicht sei jedoch nicht einfach. So erlaube es das Grundgesetz bislang nicht, auch Frauen einzuziehen. „Das müssten wir dann eigentlich tun“, sagte er. „Da liegen noch einige Hürden vor uns, aber wir fangen an.“ Merz begründete den Ausbau des freiwilligen Wehrdiensts mit der russischen Bedrohung. Russlands Präsident Putin wolle nicht nur die Ukraine erobern, so Merz. „Er möchte die alte Sowjetunion wiederherstellen. Und dazu gehört auch ein Teil meines Landes.“
Aus: Frankfurter Rundschau, 1.9.2025, S. 4
Merz reißt alle gesetzlichen Hürden
Pünktlich zum Antikriegstag am 1.9. erklärt Kanzler Merz, „eigentlich“ hätte 1955 schon die Wehrpflicht „auch für Frauen gelten“ müssen, er will aber nun salopp „noch einige Hürden“ des Grundgesetzes überspringen. Schon die Einführung der Wehrpflicht war ein Sprung über eine Hürde des Grundgesetzes von 1949. Denn Art. 12 verbot damals Zwangsdienste und ließ nur Ausnahmen zu „im Rahmen einer herkömmlichen allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht“, also etwa der Pflicht, beim Feuerlöschen zu helfen oder den Gehweg vor dem Haus zu kehren. Die Wehrpflicht nach Art. 12 a war ein Rückfall in die Nazizeit, der 1949 verhindert werden sollte. Nun will Merz die Nazis überbieten und auch Frauen zwangsweise kriegstüchtig machen. Er begründet dies mit der schon zur Nazizeit beschworenen „russischen Bedrohung“, obwohl die Regierung auf Nachfrage keinen Beleg finden konnte für die viel behauptete Aussage Putins, er wolle das Sowjetreich wiederherstellen. 17 US-Geheimdienste veröffentlichten am 5.2.2024: „Russland will mit ziemlicher Sicherheit keinen direkten militärischen Konflikt mit den Streitkräften der USA und der Nato“. Steve Witkoff erklärte bei fox news am 22.3.2025, Russland wolle „zu 100 Prozent“ nicht in Europa einmarschieren. Außenminister Wadephul räumte realistisch ein, die russische „Kriegsmaschinerie“ dürfe nicht überschätzt werden, sie komme immer noch kaum voran.Frauen und Männern bleibt direkte Demokratie durch die Hürde des Grundgesetzes von 1949 in Art. 4 (3) (Kriegsdienstverweigerungsrecht), ein Bollwerk gegen den Rückfall in die Nazizeit: Die Regierung will Krieg, aber niemand muss hin.
Aus: Leserbrief von Friedrich Gehring, Backnang, in: Frankfurter Rundschau, 5.9.2025, S. 28
Grundgesetz von 1949
Artikel 4 (3) Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden.
Artikel 12 (2) Niemand darf zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden, außer im Rahmen einer herkömmlichen allgemeinen, für alle gleichen Dienstleistungspflicht.
Grundgesetzzusatz von 1955
Artikel 12 a(1) Männer können vom vollendeten achtzehnten Lebensjahr an zum Dienst in den Streitkräften, im Bundesgrenzschutz oder einem Zivilschutzverband verpflichtet werden.
Aufgaben:
1. Diskutieren Sie und entscheiden Sie für sich selbst, ob der Grundgesetzzusatz von 1955 eine unter Juristen so genannte „konkurrierende Gesetzgebung“ war oder ein Verfassungsbruch.
2. Erwägen Sie, für welchen Teil Deutschlands Kanzler Merz eine Rückeroberung fürchtet.
3. Beurteilen Sie die Realitätsnähe dieser Befürchtung.
4. Diskutieren Sie und entscheiden Sie für sich selbst, ob der Ukrainekrieg für Sie ein Grund ist, im Rahmen der Bundeswehr Kriegsdienst mit der Waffe zu leisten oder nicht .
UE Ukrainekrieg Text 10 Unterrichtszusammenfassung/Klassenarbeitsstoff
Einschätzungen zum Ukrainekriegs
1. Russischer Angriffskrieg ab 2014 (Mainstream in Parteien und Presse)
Exemplarisch der Journalist Franz Feyder in derNürtinger Zeitung vom 2.9.2023, S.1, unter dem Titel: „Der Taurus muss jetzt in die Ukraine“: „Jetzt gilt es zum ersten Mal seit 3475 Tagen Krieg in der Ukraine – beginnend mit der Annexion der Krim - , sie zu unterstützen, einen strategischen Erfolg gegen die Angreifer zu erringen.“
- US-Schattenkrieg schon vor 2014 (Journalistengruppe Legi-Team) laut New York Times vom 28.2.2024: Der US-Geheimdienst CIA bereitete schon spätestens 2014 geheime High-Tech-Spionagezentren vor, die es der Ukraine ermöglichte, mit US-Hilfe Ziele auf russischem Staatsgebiet anzugreifen.
- US-Stellvertreterkrieg (Donald Trump)
US-Präsident Biden verhinderte durch erfolgreiche Einflussnahme auf die ukrainische
Regierung das Kriegsende im März 2022. Ab dem 26.4.2022 stellten die USA aktiv Waffen
und Satellitentechnik der Ukraine zur Verfügung, um der russischen Armee massive Verluste
zuzufügen und Ziele auf russischem Staatsgebiet anzugreifen.
4. US-Waffenentwicklungs- und Erprobungskrieg (grand experiment in war fighting)
(US-General Donahue)
General Donahue erklärte, dass die Ukrainer diejenigen waren, die kämpften und starben,
amerikanische Ausrüstung und Taktiken testeten und ihre Erfahrungen austauschten. ‚Dank
Ihnen‘, sagte er, “haben wir all diese Dinge gebaut, die wir sonst nie hätten bauen können.“
(Deutsche Übersetzung des Berichts der New York Times vom 29.3.2025 von Adam Entous,
S. 19) Microsoft Word - 25-03-29_Entous_Geschichte-UKR-Krieg-USA__NYT__UEBERS
entnommen 5.7.2025.
5. Russischer Schutzverantwortungskrieg für die Regionen Donezk und Luhansk
(Tagesschau)
Nach der Lösung der Bezirke Donezk und Luhansk von der Ukraine als selbständige
Volksrepubliken unter Berufung auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker baten deren
Repräsentanten Russland um Beistand gegen den Angriffskrieg der ukrainischen Regierung
entsprechend dem Schutzverantwortungskrieg der Nato zum Schutz der Kosovaren 1999.
6. Präventiver russischer Selbstverteidigungskrieg (US Peace Council)
Russland wurde von der Ukraine angedroht, US-Atomraketen in der Ukraine stationieren zu
lassen, die Moskau in fünf Minuten erreicht hätten. Zudem hatten sich die USA 2019 aus
dem Vertrag zurückgezogen, der die Stationierung von atomaren Mittelstreckenraketen
verbot.
7. Geschäftemacherkrieg
Die USA unter Präsident Trump möchten die Kriegslasten des Ukrainekries den
europäischen Verbündeten aufladen und an den Waffenverkäufen verdienen. Auch die
Rohstoffe in der Ostukraine sollen den USA und den europäischen Staaten wirtschaftliche
Vorteile bringen.
UE Ukrainekrieg Text 11 Übungsklausur: Gespräch in einer Jugendgruppe
Alex: Raffiniert, wie die Ukrainer die russischen Kampfbomber tief im Inneren Russlands zerstört haben. Auf die Idee, dafür Drohnen nach Russland zu schmuggeln, muss man erst mal kommen. Da ist Putin für seine Verbrechen sauber abgestraft worden.
Beate: Ohne die massive US-Hilfe hätten sie das sicher nicht geschafft. Musks Satellitentechnik war schon die Voraussetzung, dass die Ukraine bei Kriegsbeginn eine Chance gegen Russland hatte.
Hinter der Aktion stecken die USA, genauso wie bei Israels Angriff auf die Atomanlagen des Iran.
Chris: Es waren nicht nur Musks Satelliten. Schon der Maidanputsch war von den USA gesteuert und davor schon haben die USA den Ukrainern geholfen, die Russen heimlich abzuhören.
Doris: Es war idiotisch von den Ukrainern, sich auf diese neue US-Kriegsführung einzulassen. Wer zum Schwert greift, wird durchs Schwert umkommen. Das steht schon in der Bibel.
Egon: Willst du wirklich den Ukrainern die Schuld an der Katastrophe geben? Wer hat denn am 24.2.2022 angegriffen? Das ist doch fatale Täter-Opfer-Umkehr!
Frieda: Du machst es dir zu einfach. Hat denn Russland den Warschauer Pakt nach Westen erweitert oder die Nato ihr Bündnis nach Osten gegen das Versprechen bei unserer Wiedervereinigung? Wer bedroht hier wen? Und wer verteidigt sich dagegen?
Gerd: Genau! Die Ukrainer haben sich die Strafe durch die Russen redlich verdient. Was würdest Du sagen, wenn Berlin den Bayern ihre Sprache verbieten würde, und wenn die sich dagegen wehren, Berlin Bomben auf die bayrischen „Terroristen“ abwerfen würde?
Alex: Das ist der absurde Vergleich eines Putinfreunds. Der versteht nur die Sprache der Gewalt und wird dich in Kürze für Deine Freundschaft brutal überfallen.
Beate: Und dagegen willst du wohl fünf Prozent der deutschen Wirtschaftskraft opfern und dich bei der Bundeswehr freiwillig verpflichten. Wir sollten statt Russland noch mehr zu bedrohen neue Abrüstungsverhandlungen beginnen. So müssten wir Führungsmacht werden.
Chris: Genau! Die neuen Mittelstreckenraketen aus den USA gefährden uns mehr als sie uns schützen. Wie der Angriff auf die iranischen Atomanlagen zeigt, werden diese neuen Waffen erstes Angriffsziel. Russlands Oreschnikraketen sind auch mit Musks Satelliten nicht abzufangen.
Egon: Du betreibst unverantwortliche Panikmache. Ohne Abschreckungswaffen sind wir wehrlos. Wir brauchen den atomaren Schutzschirm der USA.
Frieda: Der Schutzgelderpresser Trump schützt uns doch nicht. Der macht mit unserem Geld ein Bombenwaffengeschäft und lässt uns zwischen den Fronten krepieren. Schon im kalten Krieg sollten wir die Opfer sein. Deshalb gab es damals erfolgreiche Abrüstungsverhandlungen.
Gerd: Wir brauchen eine neue Weltordnung. Das Faustrecht der Atommächte muss durch internationale Friedenstruppen unter Kontrolle der UNO abgelöst werden, die das Gewaltmonopol haben. Der Atomwaffenverbotsvertrag der atomaren Habenichtse ist ein guter Anfang. Wir sollten dem beitreten und aus der Fausrechtsnato austreten.
Aufgaben:
- Ordnen Sie die Personen einer zutreffenden Position aus der Unterrichtszusammenfassung zu durch Eintragung der jeweiligen Ziffer am Rand der Aussagen.
- Entscheiden Sie, welche der Personen Ihrer eigenen Position am nächsten kommt und begründen Sie Ihre Entscheidung.
Anmerkung: Die Unterrichtszusammenfassung darf bei der Klausur benutzt werden. Es geht nicht um Gedächtnisleistungen, sondern Transferkompetenz, die klärt, ob die Positionen verstanden sind und im Diskurs erkannt werden, um schließlich eine eigene begründete Entscheidung zu treffen.
Nach der Korrektur kann zu Aufgabe 1 die Möglichkeit eingeräumt werden, die vom Lehrkrafterwartungshorizont abweichenden Lösungen gemeinsam mündlich zu begründen, um Zusatzpunkte zu erreichen. Dies kann demokratische Argumentationskultur stärken und zur Demokratisierung der Leistungsmessung be